EU gegen Italien: Der Budgetstreit droht zu eskalieren


Italien ist mit derzeit Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung das Eurozonenmitglied mit der zweithöchsten Staatsschuldenquote hinter Griechenland. Nun erklomm sie den höchsten Wert seit fünf Jahren. Folgende Karrierechancen könnten Sie interessieren: ES 10Y Bond Yield.

"rendita" Deutsch Übersetzung


Mit der politischen Unsicherheit kehren nun auch die Risikoprämien an den Kapitalmarkt zurück. Das hat vor allem Auswirkungen auf die italienischen Staatsanleihen Die Europäische Zentralbank verhält sich dabei verdächtig ruhig. L ang ist die Liste der Überzeugungen, die seit einiger Zeit in der Finanzwelt von Anlagestrategen und Ökonomen verbreitet werden: Die Anleiherenditen können nicht steigen, weil die Zentralbanken den Deckel darauf halten.

Die Renditen von Schuldnern unterschiedlicher Bonität können sich nicht mehr unterscheiden, weil die Zentralbanken die Risikoprämien abgeschafft haben. Die Renditen können nicht steigen, weil dann die Vereinigten Staaten und Europa in die Rezession stürzen. Die Renditen können nicht steigen, weil dann die Länder in der Europeripherie umfallen. Die Renditen können nicht steigen, weil das schlecht für die Banken ist. Die Anleiherenditen steigen — eigentlich schon seit dem Sommer, aber seit dem Gewinn der amerikanischen Präsidentenwahl durch Donald Trump in deutlich sichtbarer Weise, ohne dass sich die Geldpolitik verändert hätte.

Das ist der Grund, warum der Renditeanstieg vor allem Anleihen mit langen Laufzeiten erfasst, während sich die stärker von der Geldpolitik abhängigen Renditen der Kurzläufer weniger verändern.

Es handelt sich um ein globales Phänomen, das sich auch zu Wochenbeginn fortsetzte. Und die Banken leiden keineswegs; die Kurse von Bankaktien sind in den vergangenen Tagen sogar gestiegen.

Auch die Risikoprämien bei Staatsanleihen sind wieder da. Am deutlichsten sind sie in überdurchschnittlich starken Renditeaufschlägen für Papiere aus Schwellenländern zu erkennen, die unter Einschränkungen des internationalen Handels leiden könnten. Aber auch in der Eurozone kehren die Risikoprämien zurück, denn die Renditen legen in der Peripherie stärker zu als in Deutschland. Am stärksten steigen sie in Italien, wo die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen zu Wochenanfang mit 2,20 Prozent ihren höchsten Stand seit Juli erreichten.

Eine Rendite von 2,20 Prozent sieht rein optisch nicht hoch aus, aber es gilt zu bedenken, dass sie im September nur 1,04 Prozent betrug. So hoch wie jetzt war der Renditeabstand zwischen italienischen und deutschen Zehnjährigen zuletzt vor rund zweieinhalb Jahren. Bislang versucht sie nicht erkennbar, ihn zu bremsen. Er dürfte der wichtigste Grund für die Hausse der Bankaktien sein. Hinzu kommt, dass vor allem in der angelsächsischen Finanzwelt Überlegungen kursieren, wonach die EZB ihr bis März laufendes Anleihekaufprogramm zwar verlängern dürfte, aber gleichzeitig eine Reduzierung der Anleihekäufe in Aussicht stellen könnte.

Wollte die Notenbank doch noch versuchen, den laufenden Renditeanstieg zu bremsen, müsste wohl Präsident Mario Draghi ein deutliches Signal senden.

Die steigende Risikoprämie für italienische Staatsanleihen ist nach Ansicht von Marktteilnehmern vor allem politisch bedingt und erklärt sich mit einem Erstarken des politischen Populismus nach einer eventuellen Niederlage für Premierminister Matteo Renzi in der Volksabstimmung über eine Verfassungsänderung Anfang Dezember.

Ein negativer Ausblick ist häufig, wenn auch nicht immer, ein Indiz für eine Herabstufung der Bonitätsnote in den kommenden Monaten.

Italienische Staatstitel mit einer Laufzeit von zehn Jahren warfen erstmals seit mehr als 3 Prozent Rendite ab. Portugiesische Anleihen mit gleicher Laufzeit rentierten mit bis zu 2,4 Prozent - ein Hoch seit Herbst In Spanien stiegen die Renditen ebenfalls, wenngleich weniger stark. Die Entwicklung bei den Anleihen können gerade die Bilanzen der italienischen Banken belasten, die viele heimische Staatsbonds im Depot haben und ohnehin unter einem Berg fauler Wertpapiere ächzen.

Auch Griechenland bekam die Turbulenzen zu spüren. Dort stürzte der Aktienmarkt um 2,5 Prozent ab. In Athen wird befürchtet, dass die Turbulenzen Griechenlands Wirtschaft in den Abgrund ziehen könnten.

Der Kurs fiel am Dienstag auf den niedrigsten Stand seit Juli Am Morgen hatte sie noch 1, Dollar gekostet. Zuletzt erholte sich der Euro etwas. Italienische Staatsanleihen liegen nur wenig über den Renditen amerikanischer Staatsanleihen, der eigentlichen Benchmark. Es kommt ein weiterer Punkt hinzu: Die Italiener hätten die Zeit der Niedrigzinsen erfolgreich zur Umschuldung genutzt.

Die Kosten für die Verschuldung gingen dadurch selbst bei steigenden Renditen zurück. Noch nie seien die jährlichen Anleihezinsen so niedrig gewesen — 3,6 Prozent. Italien zahlt 14 Prozent seines Steueraufkommens für Zinsen, es waren einmal 40 Prozent in der Spitze. Und das liegt auch am Maastricht-Vertrag. Er ist neben dem Vertrag von Dublin zur Behandlung von Asylanten die dümmste Vereinbarung, die in Brüssel jemals geschlossen worden ist.

In Dublin war vereinbart worden, dass Asylverfahren jeweils in dem Land stattfinden müssen, in dem Asylanten erstmals innerhalb der EU ankommen. Das Thema Schulden beschäftigt insbesondere die Deutschen.





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