Sino-Swedish Expedition

Der Fall Morand () des Professors Hans Gross aktengetreu überliefert ist. Ich folge der Schilderung von geringen Wert der.

Was halten Sie von einem Waffenstillstand? Der Mayapis Dipterocarpus Mayapis Bl. Als die Verbindung endlich unterbrochen war, wollte Ed hinter seinen Koffern in die Garage gehen.

Eckdaten des Morgan Dollar

Die Expeditionsteilnehmer hatten großen Wert darauf gelegt, die Ruinen von für die Restaurierung der Einzelteile und für den Aufbau ist es von der.

Der Fall Höllenthal ? Der Fall Mahr Der Fall Deppe Der Fall Hau Der Fall Jünemann Der Fall Gilardi Der Fall Palmer Der Fall Franz Müller Der Fall Peytel Der Fall Marie Lafarge Ein Fall von Verwechslung durch die Geschworenen Vier zweifelhafte Todesurteile , Der Fall Begeholdt Der Fall Grömminger Der Fall Betz Der Fall Lincke Ein Beuthener Fall ?

Velden Der Fall Luccheni Zu Seite Die Irrtümer der Strafjustiz und ihre Ursachen , Seite Der tschechischen Strafrechtspflege des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts war der traurige Ruhm beschieden, zu den Jahrbüchern der Kriminalistik das Musterbeispiel eines Strafprozesses beizusteuern, wie er nicht sein soll, eines Strafprozesses, in dem so gut wie alles geschehen ist, was hätte unterlassen, und so gut wie alles unterlassen ist, was hätte geschehen sollen. Die meiner Arbeit gesteckten Grenzen verbieten mir, in eine ins einzelne gehende Kritik des gegen Hilsner geübten Verfahrens einzutreten und Punkt für Punkt die Fadenscheinigkeit, ja, Widersinnigkeit der gegen ihn vorgebrachten sogenannten Beweise darzulegen.

Der Tat verdächtigt und nach fünftägiger Verhandlung September durch das Schwurgericht in Kuttenberg schuldig befunden wurde der zweiundzwanzigjährige jüdische Schustergeselle Leopold Hilsner. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde des Verteidigers Dr. Aurednicek forderte jedoch der Kassationshof in Wien ein Obergutachten der tschechisch-medizinischen Fakultät Prag ein.

Juli verschwunden war und der man ein am Dagegen lehnte der Staatsanwalt in Pisek, hauptsächlich mit Rücksicht auf das Fakultätsgutachten, die Annahme des Ritualmordes mit Entschiedenheit ab und suchte das Motiv für beide Mordtaten nun auf sexuellem Gebiet.

Das Beweismaterial war freilich auf den Ritualmord zugeschnitten und die breiten Schichten der Bevölkerung blieben nach wie vor von dem Vorhandensein eines oder vielmehr jetzt zweier derartiger Religionsverbrechen überzeugt. Nach siebzehntätiger Verhandlung sprach das Schwurgericht in Pisek am November Hilsner der beiden Morde schuldig. Hilsner wurde zum Tode verurteilt, aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Er befindet sich noch gegenwärtig in der Strafanstalt. Von dieser gegen alle Einwendungen der Logik und der Physik gepanzerten Gemütsverfassung des einzelnen wie der Menge gibt es keine Brücke, die zur Wahrheit zurückführt.

Die Aussagen der Zeugen Cink und Pesak, die im Falle Hruza die wichtigsten Stützen der Anklage gegen Hilsner bildeten, sind schlagende Beispiele der sinn- und seelenbetörenden Macht, die solche Massensuggestion auf den einzelnen ausübt. Anna Hruza hatte am Er habe sich danach, da er mit Strohabladen beschäftigt gewesen sei, nicht weiter um sie gekümmert. Dabei habe er auf demselben, nach dem Brezinawald — dem spätem Fundort der Leiche — führenden Weg, eine Frauensperson bemerkt, die wegen des gerade beginnenden Regens ihren Rock über den Kopf gezogen gehabt hätte.

Die Hruza konnte das nicht gewesen sein, diese hatte Polna erst später verlassen. Hatte also Cink den Angeklagten und seine beiden Genossen wirklich an demselben Tage an sich vorüberlaufen sehen, wo er kurz nachher eine Frau sich mit dem hochgeschlagenen Rock gegen den beginnenden Regen schirmen sah, so ist dieser Tag nicht der März, nicht der Tag gewesen, an dem die Hruza aus der Zahl der Lebenden verschwand.

Unter den drei Juden, die nach Cinks Angabe am Diesen wollte Cink an demselben Hugo Fried aber hatte vom März bis zum 3. April im Humpoletzer Krankenhause gelegen. März verlegt hatte und sich erst später eines Bessern auf den Cinks und Strnads Ortsangaben waren nicht miteinander zu vereinigen; ebenso widersprachen sie einander in bezug auf die Kleidung, die Hilsner bei den von ihnen wahrgenommenen Vorgängen getragen hätte.

Pesak erschien im August, also mehr als vier Monate nach Auffindung der Leiche, vor Gericht und gab folgende überraschende Aussage zu Protokoll: März sei er, gerade als es vom Turm fünf Uhr geschlagen habe, von dem am Ende der Stadt wohnenden Tischler Vecera weggegangen. Ungefähr eine Viertelstunde Weges hinter Polna habe er seine Notdurft verrichtet und dabei auf den Brezinawald geschaut. In diesem Menschen habe er bestimmt den Hilsner erkannt; er fügte ausdrücklich hinzu: Dort habe nun der Zeuge in einer Vertiefung zwei dunkel gekleidete Männer mit Hüten auf den Köpfen bemerkt.

Sie seien dicker gewesen als Hilsner und hätten älter ausgesehen als er. Der eine habe einen abgetragenen, der andere einen besseren Anzug auf dem Leibe gehabt. Ins Gesicht habe er ihnen nicht gesehen, da sie unbeweglich hinter einem Bäumchen gestanden hätten, aber er würde sie noch jetzt wiedererkennen.

Hilsner sei zu ihnen gegangen — im ganzen etwa zehn bis zwölf Schritt — und habe mit ihnen gesprochen. Nach der bekannten Vincentschen Regel kann man mit normalem Auge jemand, den man genau kennt und dessen Aussehen auffällig und leicht erkennbar ist, bei Tageslicht höchstens in einer Entfernung von bis m erkennen. März völlig klar war. Selbst wenn sie allesamt bewiesen gewesen wären.

Aber die meisten der hierher gehörigen Bekundungen kennzeichnen sich selber ohne weiteres als freie Ausgeburten der erhitzten Zeugenphantasie, wie sie uns bei allen derartigen Sensationsprozessen als wucherndes Unkraut auf Schritt und Tritt begegnen. Wenden wir uns jetzt zu dem Falle Klima, bei dessen Kritik ich mich noch kürzer fassen darf. Die dreiundzwanzigjährige Dienstmagd Marie Klima hatte am Sonntag, den Seitdem war sie verschollen. Oktober wurde in einem Walde eine halbe Stunde nördlich von Polna unter Moos, Riesig und Zweigen ein menschliches Skelett aufgefunden, in dem man an mancherlei, freilich nicht unbedingt überzeugenden, Einzelheiten das der Marie Klima vor sich zu haben meinte.

Weder an dem Skelett noch an den dazu gehörigen Kleiderresten waren sichere Spuren einer gewaltsamen Tötung nachzuweisen. Gleichwohl lag der Verdacht einer solchen nah. Indes blieben die nach verschiedenen Richtungen angestellten Nachforschungen ohne jeden Erfolg. Es fand sich jetzt nach Jahresfrist und mehr denn Jahresfrist eine Anzahl von Zeugen, die Hilsner und die Klima am Juli , dem Tage ihres Verschwindens, an den verschiedensten Orten und zu verschiedenen Zeiten, ja in verschiedenen Kleidungen beisammen gesehen haben wollten.

Als der erste unter ihnen der uns vom Falle Hruza her bekannte Zeuge Cink. Er wurde freilich diesmal bei weitem durch den Schustergesellen Anton Lang ausgestochen. Er habe am Juli abends den Angeklagten und die Klima in dem aus dem Brezinawald zurückkehrenden Festzuge des Polnaer sozialistischen Arbeitervereins beisammen gesehen. Beide seien dann in der Nähe eines Gasthofes verschwunden; er habe ein bis zwei Stunden auf sie gewartet und sie sich dann in der Gesellschaft von vier Juden, die er einzeln namhaft machte, unter allerlei verdächtigen Reden in der Richtung nach dem Wege hin entfernen sehen, unweit dessen später die Leiche der Klima gefunden wurde.

Hilsner sei neben der Klima gegangen und habe die linke Hand auf ihrer Schulter gehabt. Selbst der Staatsanwaltschaft war dies denn doch zu stark und sie wagte nicht, diese Aussage — wenigstens geradezu — als Stütze der Anklage zu verwerten.

Fiel aber Langs Aussage hinweg, so mochten die andern Zeugen immerhin Recht haben — aber was bewies es denn für die Ermordung der Klima durch Hilsner, wenn man beide in der Tat im Laufe des Juli mehrfach frei und öffentlich beieinander gesehen hatte?

Indes auch diese Zeugen hatten sich geirrt; denn Hilsner war am Der Besuch war sicher an einem Sonntag erfolgt; denn wochentags nachmittags war die Michalek in der Fabrik beschäftigt. Hilsner war in der fraglichen Zeit auf Wanderschaft gewesen und am Juli nach Polna heimgekehrt.

Vor dieser Zeit konnte nach den amtlichen Eintragungen in seinem Wanderbuch für einen Sonntagsbesuch in Iglau nur der Juli in Triesch in Mähren trennten. Den Sonntagsbesuch bei der Michalek vom Der Fall Bratuscha Aus: April verschwand die geborene Johanna Bratuscha aus ihrer Heimat; ihr Vater, der Winzer Franz Bratuscha, machte hiervon bei der Gendarmerie Anzeige, welche dann vergebliche Nachforschungen nach dem Kind anstellte. Man zeigte ihm die rückbehaltenen Kleider des Mädchens, er erkannte sie als die seines Kindes und erklärte, er habe den Stoff zu den Kleidern selbst gekauft und sei bereit, Reste davon dem Gericht zu senden.

Hierauf wurden ihm die Kleider ausgefolgt; er nahm sie mit sich. Hiermit schien die Sache beendet. Leonhard bei Marburg, verschwunden sei. Der Gendarm erreichte am Diese war, wie erwähnt, hauptsächlich auf Grund der vorgewiesenen Kleider erfolgt, sie bleibt aber unter den obwaltenden Verhältnissen doch auffallend genug. Und hätte er sich doch getäuscht, so ist dies bei seiner Frau, der Mutter des verschwundenen Kindes, geradezu ausgeschlossen.

Dieses Geständnis wiederholte er dann: Abends habe er diese heimgebracht, sie mit Hilfe seiner Frau mit einem Messer zerstückelt und im Ofen verbrannt. Die Knochen habe er auf den Mist geworfen. In der Voruntersuchung wurde alles unternommen, um für die Angaben Bratuschas objektive Grundlagen zu finden; namentlich wurden die Nachforschungen nach dem verschollenen Kind fortgesetzt; es wurde eine Haussuchung vorgenommen, auf dem Düngerhaufen wurden Knochen gefunden, aber als Tierknochen erkannt.

Die Blutflecken auf den Kleidern des Kindes wurden sachverständig nicht untersucht. Bratuschas Frau hatte ihre Mitwirkung bei dem Zerstückeln des Leichnams und dem Verbrennen desselben anfangs zugegeben, dann geleugnet und nach Ablegung einer Beichte wieder eingeräumt.

Auch nach der Verhandlung — die vor dem Schwurgericht in Marburg a. Drau stattfand — als Bratuscha schon zum Tode verurteilt war er wurde später zu lebenslangem, schwerem Kerker begnadigt erklärte er zu Protokoll: Der Staatsanwalt erklärte dies für selbstverständlich, fügte aber bei, was denn zu geschehen hätte, wenn sich das Gerücht nicht bewahrheitete und das Mädchen nicht die Tochter Bratuschas sei? Dieser gab darauf die Antwort: Schon in dem ersten mit der Verurteilung endenden Verfahren hatte sich das Gericht selbstverständlich mit der Frage nach Bratuschas Zurechnungsfähigkeit beschäftigt.

Nach seiner Freisprechung gewann die Frage erneutes psychiatrisches Interesse. Von ihrer Beantwortung hing es ab, ob Bratuscha nunmehr wegen Verleumdung seiner Frau zu bestrafen sei, die er der Teilnahme an der Zerstückelung ihres Kindes bezichtigt hatte. Zeitschrift für Sozialwissenschaft N. Archiv für Kriminalanthropologie und Kriminalistik Bd. Sie hält dem Richter einen Spiegel vor, in dem die Unzulänglichkeit menschlichen Urteilens in erschreckend grellem Lichte erscheint.

So überzeugend wirkt diese Dokumentensammlung gerichtlicher Irrtümer, so stark ist der Eindruck menschlicher Unsicherheit gerade in Fällen, in denen ein Menschenleben auf dem Spiel steht. Und kein Staat der Welt könnte es: Die Fehlerquellen sprudeln zu mächtig. Sie aufzuzählen und mit Beispielen zu belegen, ist nur im Rahmen besonderer Darstellungen möglich Ihre Wirklichkeit in drei Jahrtausenden.

Unter diesem Titel erscheint in R. Erich Sello, das, wie schon dieser erste Band erweist, eine wertvolle Bereicherung der deutschen krimina-listischen Literatur darstellen wird.

Sello hat sich nicht nur als einer der geschicktesten Verteidiger, als Meister des gesprochenen Worts, sondern auch bereits als Schriftsteller einen Namen gemacht. Bei seiner neuen Veröffentlichung handelt es sich um ein fachwissenschaftliches Werk ersten Ranges, um eine Arbeit, deren Erledigung ihrem Verfasser auf der Seele brennt.

Mit seinem Bnche will er eine systematisch geordnete Sammlung von Fällen aus der praktischen Erfahrung des Rechtslebens bieten, bei denen der Justizirrtum in seinen mannigfachen tatsächlichen Erscheinungs-formen und zugleich die Fehlerquellen, aus denen er entspringt, aufgezeigt werden sollen S. Er beschränkt sich dabei fast durchweg auf die Erzählung solcher Fälle, in denen die schwersten Strafen, die der Staat verhängen kann — Todesstrafe oder lebenslängliche Freiheitsstrafe — seiner An-sicht nach zu Unrecht verhängt worden sind.

Die Wiedergabe und kritische Besprechung dieser Fälle, deren zeitlicher Ausgangspunkt der berühmteste Justizmord des achtzehnten Jahrhunderts in Frankreich, der Fall Lesurques darstellt, soll vornehmlich eine Quellensammlung sein und als auf der Erfahrung beruhende Grundlage für den zweiten systematischen Teil dienen. In klarer, plastischer, oft glänzender Schreibweise erzählt Sello von den Opfern irdischer Kurzsichtigkeit und menschlichen Irrens, von düstern Bildern aus dem Gebiet der Rechtspflege der Kulturstaaten.

Dies ist ihm durchweg gelungen. Er hat sie mühsam aus älteren und neueren Sammlungen von Strafrechtsfällen, aus den wenigen älteren Büchern, die wir in Deutschland über solche besitzen und aus der zahlreicheren Literatur des Auslands — aus juristischen Zeitschriften und medizinischen Fachschriften zusammengetragen. Die hieraus gewonnenen Funde hat er durch eigene Entdeckungen ergänzt oder um solche vermehrt. Er hat sich auch zuweilen auf private Mit-teilungen von Verteidigern und Ärzten stützen können.

Friedreichs Blätter für gerichtliche Medicin und Sanitätspolizei Jg. Es wird dies alle, die die Bedeutung von H. Was Sello bringt, ist nur ein Beweis für die alte Wahrheit: Es irrt der Mensch, so lang er strebt! In der Einleitung spricht Verf. Er ist mühsame Pfade gegangen, hat manche verlorene Steigung überwinden müssen, bis er das Werk zu einem Ganzen sich fügen sah. Sello will in seinem Werk nicht durch Suggestion wirken; ieder kann sich durch die sachlichgenauen Aktenangaben selbst ein Bild machen, ob seine, d.

Sellos Auffassung die richtige ist. Genaue Quellenangaben gestatten weiter zu forschen. Mit seinen Forschungen geht Verf. Ungarn, der Schweiz, England, Luxemburg, Frankreich usf. Sind schon richterliche Fehlsprüche bei Verhandlungen, wo es sich um die Ver-nichtung von physischer und bürgerlicherExistenz handelt, so erschreckend häufig, wo doch jeder mit noch ängstlicherer Sorafalt prüft, wägt, und nochmals wägt, ehe er richtet, wieviel mehr wird es Justizirrtümer geringerer Tragweite geben, ohne damit irgend iemand einen Vorwurf machen zu wollen und zu können; denn nochmals: Aus der vorliegenden Sammlung kann auch heute noch viel gelernt werden, wo wir nicht mehr durch Martern Geständnisse erpressen.

Die alten zu Rechtsirrtümern führenden. Fehlerquellen sind auch heute noch vorhanden und trüben das rechte Urteil. Diese Behauptung zu beweisen, setzte sich der Verf. Hoffentlich bleiben aber seine diesbezüglichen Vorarbeiten nicht vergessen liegen! Mögen sie einen Vollender finden. Es ist ein tiefes Weh, was den Leser bei der Lektüre der darin entrollten menschlichen Schwächen überkommt. Da finden wir unter den Angeklagten eine Menge von ausgesprochenen oder sehr wahrscheinlichen Geisteskranken und Psychopathen, die den Psychiater speziell interessie-ren werden.

Verschiedene Irrseinsformen sind vertreten: Wir sehen, wie einerseits nur relativ selten psychiatrische Gutachten erhoben wurden, öfter der Richter verächtlich über sie hinwegging, Gutachter sich gegenseitig widersprachen usw.

Aber auch die Psychologie der Zeugen und Richtenden ist hochinteressant. Wir sehen den geringen Wert der Zeugenaussagen, sogar der eigenen Geständnisse und Selbstanzeigen, die Voreingenommenheit, sogar Leichtfertigkeit mancher Richter und Geschworenen und wie schwer es ist, eine Wiederaufnahme zu erwirken, da die Juristen nur sehr ungern vom einmal gefällten Urteile abgehen. Vor allem tritt uns drohend die Macht der Suggestion in ihren mannigfachen Erscheinungen, besonders als Massensuggestion, entgegen.

Mit Recht hält Verf. Es bleibt nun noch zu untersuchen übrig, wo und ob über- haupt ein Abbauen rentiert; bis heute wenigstens hat noch Digitizad by Google — -Ja — niemand einen positiven Beweis für die Rentabilität einer Gold- mine erbracht, obwohl man sich in den letzten Jahren recht viel damit beschäftigte.

Im Jahre bildete sich in London das Mambulao Goldmining Syndicate, welches Ingenieure hin- aussandte und wirklich mit dem Abbau in Mambulao begann. Es stellten sich immer wieder Schwierigkeiten entgegen, und die Hauptschwierigkeit war wohl, dass ein grosser Teil der shares nicht begeben war und das Arbeitskapital daher etwas knapp; im ganzen spekulierten die Beteiligten auf guten Verkauf eines Teiles ihrer Konzession und Gründung einer grossen Aktiengesellschaft.

Es entstand in Manila ein wenig Goldfieber, von allen Seiten wurden Konzessionen ge- nommen, von Engländern, einigen Deutschen und Schweizern, aber keiner verlangten Konzession lag ein gediegenes, ge- sichertes Projekt zu Grunde, alle wollten durch Gründung von Gesellschaften und Abtretung der Konzession einen reichen Gewinn machen und das Risiko dann den Aktionären über- lassen.

Die Rebellion von steckte der Spekulation glücklicherweise ein Ziel; Kapital war während des Aufstandes in Europa für solche Unternehmungen nicht zu finden und ein ordnungsmässiges Arbeiten in einigen Provinzen auch gar nicht möglich, abgesehen von den schon früher erwähnten Schwierigkeiten.

Centeno erwähnt auch, dass Quecksilber verschiedentlich in früheren Jahren gefunden wurde, vor einigen Jahren wurde eine Flasche von Mindanao, eine zweite von Capiz nach Manila gesandt. Jagor er- wähnt, der den Fund für ganz bedeutungslos hält. Jedenfalls von Wichtigkeit scheinen diese Entdeckungen nicht gewesen zu sein. Die Inspektion des Bergbaues in Manila empfiehlt zwar in ihren Berichten weitere Untersuchungen auf Cebu, gründlicher angestellt sind sie aber meines Wissens nie.

Bei Mambulao und Paracale sind die dort wahrscheinlich sehr reichen Bleiglanz- und Rotblei-Lager zur Ausbeutung in Angriff genommen, aber stets wieder verlassen worden; die Hauptgründe waren wohl, dass diese spanischen Unternehmungen von Anfang an nicht das genügende Kapital und nötige Umsicht hatten.

Schwefel findet sich auf einem so vulkanischen Archipel natürlich reichlich, ziemlich rein am Bulusan in Albaj, am Taal in Batangas und Apo in Mindanao. Wirklich grosse ab- bauwürdige Lager entdeckte man schon in früheren Jahren auf Leite im Innern unweit Dulag, welche auch von den Ein- geborenen im kleinen bearbeitet wnrden. Vor einigen Jahren hat man auf Cebu und Paragua Erdöl gefunden und verspricht sich auch hiervon ziemlich viel.

Ich habe zwar weder Proben gesehen, noch offizielle Berichte ge- lesen, die Mitteilung ist mir aber verschiedentlich von glaub- würdigen Indiern und Mestizen gemacht worden. Die beigefügte Karte giebt die vorzüglichsten, bisher ent- deckten, Fundorte von Mineralien an, aus denen schon aus einem Überblick erhellt, dass wahrscheinlich der Reichtum daran noch weit grösser ist, aber verborgen blieb, weil die Untersuchungen und Bohrungen nicht in dem wünschbaren Maasse vorgenommen wurden.

Ich habe die genau fest- gestellten Fundorte auf Luzon in eine Specialkarte eingesetzt, welche aber nicht der Öffentlichkeit übergeben ist. Januar Monopol der Regierung war, noch nicht von Bedeutung. Für den Handel sind noch von Wichtigkeit die in Baliuag aus Rohrstreifen von den Indiern verfertigten Hüte, welche in grossen Quantitäten nach Amerika und nach Paris exportiert werden, von weniger Bedeutung sind die ebenfalls dort fabri- zierten Cigarrentaschen Petacas.

Erwähnenswert ist, wenn auch für den Handel ebenfalls von keiner grossen Bedeutung, die einzig auf den Philippinen erzeugte Ilang-Ilang-Essenz, welche aus der grünlichen Blüte des Hang-Ilang-Baumes aus der Familie der Anonaceen Anona adoratissima nach Blanko oder Cananga odorata nach Hook ge- wonnen wird und hauptsächlich ihren Weg nach Paris nimmt; sie bildet die Basis für alle feineren Parfüme und ist in der Digitizad by Google Parfümerie ein fast unentbehrlicher Artikel geworden.

Die Destillation wie auch das Geschäft in dem Artikel wird fast ausschliesslich von Deutschen besorgt. Seife und ähnliche Gebrauchsartikel, deren Fabrikation keines kostspieligen Apparates bedarf, werden natürlich auch fabriziert. Drei lithographische Anstalten sind in Händen von Deutschen. Obwohl diese für den Ex- port heute noch keine Bedeutung haben, so werden sie solche sicher erlangen; zumal wenn sich die Industrie darin weiter vervollkommnet, wie sie das schon in jüngster Zeit in den Geweben selbst wie in den Mustern und Farben gethan hat.

Einige gröbere Hanfgewebe sind in den letzten Jahren schon häufig exportiert worden. Ein recht interessantes Bild der philippinischen Eizeugnisse gab die Ausstellung Exposicion Regional de Filipinas , welche im Jahre auf Regierungs- kosten in Manila stattfand. Es scheint mir ausser Frage, dass dieses In. Die Bewohner von Cagayan erzählten dem Don Juan de Salcedo im Jahre , dass ihre Baumwollgewebe jährlich von chinesischen und japanischen Fahrzeugen geholt würden.

Nach dem Jahre entwickelte sich auch der Handel zwischen Manila und Neu-Spanien, der für einzelne Spanier in Manila sehr gewinnbringend war. Indessen war dieses wohl aus Rücksicht auf Neu-Spanien schwer, denn der Acapulco-Seidenhandel er- nährte in Mexico über 14 Personen.

Die Waren, welche die Nao mitnahm, ergaben das Dop- pelte ihres Wertes in Manila, nach einigen Mitteilungen sogar das Vierfache, was in einzelnen Fällen zutreffen mag; jedoch floss der Gewinn nicht in eine Tasche, sondern in mehrere. Die Regierung gab Berechtigungsscheine boletins zur Ver- ladung auf der Nao an die Klöster, pensionierte Beamte und sonstige bevorzugte Personen aus, welche dieselben dann an die Kaufleute verkauften, so dass auf diese Weise der Gewinn geteilt wurde.

Die Folge war, dass Waren in viel höherem Werte verladen wurden und die Nao so voll gestopft wurde, dass die Kanonen verstaut werden mussten ; auf der Rückreise führte sie oft.

Da diese Schiffe auf Kosten der Regierung erhalten wurden, so ist es erklär- lich, dass ein Teil des Verladevorrechtes für die königliche Kasse reserviert war. Gewöhnlich ging die beladene Nao iin Juli von Cavite ' in See bis zum 30 " nördlich steuernd, wo sie westliche Winde benutzend nach der Küste von Kalifornien segelte, diese süd- lich verfolgend nach Acapulco. Die Reise war immer eine sehr beschwerliche, gefahrvolle und oft recht lange; sie dau- erte öfter 6 Monate, ln späteren Jahren segelten die Schiffe häufiger durch die Strasse von San Bernardino, südlich von Luzon, auf welchem Wege die Reise indessen auch nicht schneller gemacht wurde.

An der kalifornischen Küste liefen sie San Lucas an, wo sie Erfrischungen einnahmen und Nach- richten erhielten, ob und wo Seeräuber zu befürchten seien, was bei einer so wertvollen Ladung natürlich von grösster Wichtigkeit war. Die Rückreise nach Manila war bequemer und schneller, sie dauerte fast nie über zwei Monate. Die Naos waren Schiffe von 1 To. Ende des vorigen Jahrhunderts ging der Gewinn immer mehr zurück, und einige Male trafen die Schiffe in Acapulco sogar einen ganz schlechten Markt ohne Kauflust, da alle Be- dürfnisse durch amerikanische und englische Händler von Eu- ropa aus direkt gedeckt waren und teilweise geschmuggelt wurden.

So geschah es, dass die Schiffe oft lange Zeit brauchten, bis sie wieder zurückkehren konnten. Die letzte Nao verliess Manila im Jahre und kehrte erst von Acapulco zurück.

August europäischen Schiffen erlaubt wurde, Produkte Asiens einzuführen und auszuführen, nur solche spanischen, philippinischen und amerikanischen Produkte, welche die Compania eingeführt hatte. Ein anderes Digitizad by Google Dekret vom Oktober nimmt der Gesellschaft noch mehr Vorrechte und erklärt den Hafen von Manila offen für alle Nationen, wenn auch immer noch einige Privilegien der Compania blieben; wird jeder freie Handelsverkehr mit dem Auslande gestattet.

Daher wurde der Bankverkehr in den 50er und 60er Jahren haupt- sächlich durch zwei grosse amerikanische Häuser besorgt, welche später wieder eingingen.

Januar aufge- hobene Consulado, sowie die am 1. Februar gegründete Junta de Comercio haben Handel und Schiffahrt praktisch herzlich wenig genützt. Erst seit der Besetzung Manilas durch die Amerikaner beginnen diese an dem Handel einen Digitizad by Google — 33 — grossen Anteil zu nehmen, vorlier gab es kein amerikanisches Handelshaus in Manila.

Der Kleinhandel und Zwischen- handel ist in Händen von Chinesen. Manila ist unstreitig der glücklichst gelegene Hafen und Handelsplatz des Ostens, es ist der Centralpunkt zwischen China, Japan, dem holländischen Archipel und Australien; für die Westküste Amerikas ist die Lage der Philippinen eben- falls ausserordentlich günstig, und Manila sollte der natür- liche Stapelplatz im Osten Asiens sein.

Dass er es in der That nicht ist, muss man dem falschen Verwaltungssystem der Regierung und dem Unterdrückungs- und Ausbeutungs- system seitens der Mönche verdanken.

Ich zweifle sehr, ob anderenfalls sich ein Hongkong zu der heutigen Bedeutung neben Manila hätte entwickeln können. Monsum laufen die meisten Schiffe, welche von den Straits nach China gehen, ganz nach Luzon herüber, wo sie gegen den heftigen Gegenwind Deckung finden. Es wäre also auf ihrem Wege Manila zu berühren, aber sie vermieden es bisher wegen der Zollschwierigkeiten resp. Die regelmässigen Dampfer zwischen Hongkong und Australien dampften unmittelbar an der Bai von Manila vorüber ohne anzulaufen aus den gleichen Grün- den; erst in letzter Zeit legen diese Dampfer in Manila an, obwohl die Zollgesetze noch dieselben wie früher sind, die Handhabung ist aber loyaler.

Den Verkehr zwischen Manila und den Provinzen be- sorgen im wesentlichsten ungefähr 30 Dampfer neben einer Tornow, Philippiiion. Gegenwärtig soll eine weitere Bahnlinie von Da- gupan nach Benguet, der hochgelegenen, sehr gesunden Pro- vinz, in Angriff genommen werden.

Die einzige grosse Schiflfs- linie, welche Manila berührt, ist die der Compania Trans- atlantica von Barcelona nach Manila, welche aber als ihren Ausgangshafen Liverpool bat, da die Dampfer sonst kaum immer volle Fracht haben würden. Der Hauptverdienst der Linie lag früher wohl in dem enormen Hin- und Rücktrans- port von spanischen Beamten und Militärs, jetzt ist jedenfalls der Export von Liverpool ihr Hauptstützpunkt.

In den neusten Jahren stellt sieb das Verhältnis nach meiner eigenen Zusammenstellung wie folgt: Interessant ist das Verzeichnis der Exportartikel mit ihren Preisen; von den heutigen Hauptartikeln fiel damals nur Zucker ins Gewicht, aber auch erst nach den weissen Vogelnestern und Indigo. Vergleichen wir nun damit die Aufzeichnungen von Dr. Ende der 20 er Jahre waren Einfuhr und Ausfuhr fast gleich. Spanien lieferte früher fast nur Esswaren in Blechbüchsen und Weine, erst in letzten Jahren hat der Import von einigen anderen Artikeln in Konkurrenz mit Fabrikaten anderer Länder begonnen; die Waren sind durchweg schlechter wie fremde Erzeugnisse, standen aber durch den Fortfall des Importzolles früher wesentlich billiger ein.

Welchen Einfluss die Zollbegünstigung auf den Import von Spanien ausgeübt hat, zeigen die Einfuhrzifl'ern nach- stehender Tabelle, die die Einfuhr und Ausfuhr im Verkehr mit Spanien in den 12 Jahren bis darstellt. Hauptsächlicher Export von den Philippinen vom 1. Ausfuhr von Manila in den Jahren bis Eine Menge Waren werden von Manila nach Hongkong und Sin- gapore verladen und dort durch Spediteure nach Deutsch- land, wo sie als von Hongkong oder den Straits kommend, deklariert werden; anderseits werden Waren, von Deutsch- land nach Hongkong verladen, die aber für Manila bestimmt sind, bei Verladung als nach Hongkong ausgeführt betrachtet.

Ferner kauft Deutschland philippinische Waren von Eng- land, wie ich es z. In gleicher Weise könnte man auch bei vielen anderen Artikeln den Nachweis führen, bei Perlmutterschalen, Tabak etc. Deutschland hat sich noch immer nicht von den fremden Märkten ganz unab- hängig machen können. Die Zahlungsbedingungen im Produktengeschäft in Manila sind sofort bare Zahlung; bei dem Geschäft mit den Provinzen muss das Manilahaus häufig Vorschüsse geben, die wohl ein Risiko mit sich bringen, aber bei der nötigen Vorsicht das- selbe wesentlich verringert.

Es kommt ja gerade an übersee- ischen Plätzen, die erst aufblühen. Das Geschäft der Importeure mit den chinesischen Händlern wird entweder gegen ein Accept 4pagarel auf 6 Monate abgewickelt oder, wie in neuester Zeit mfeistens. Fallite unter den Chi- nesen waren unter Spanien häufig, und zog in solchem Falle jeder Gläubiger vor, ein Arrangement zu machen; denn überr- Digitizad by Google gab man die Sache dem spanischen Gericht, su erhielten die Gläubiger regelmässig nichts. Strafen multas waren besonders ini Zoll in einer be- lästigenden Weise eingeführt und wurden geradezu gesucht von den spanischen Beamten, da diese einen Anteil an der Strafsumme hatten.

Ein Schiff, welches z. Bei einer Deklaration von Waren zur Verzollung musste das Gewicht vorher ange- geben werden, bei einer Differenz verhängte der Zoll eine Strafe, und so gab es hunderterlei Chikanen, die alle unnützes Geld kosteten, das zum grössten Teil in die Taschen der Be- amten floss.

Heute, unter Amerikas Banner, ist es zwar nicht ganz so schlimm, aber noch schlimm genug. Ein recht harter Knebel des Handels war früher das Tabaksmonopol mit allen seinen Schrecken und Lasten, welches unter dem General-Gouverneur Don Jose Vasco y Vargas im Jahre eingeführt wurde, als die Regierung sich wieder einmal in einer misslichen Finanzlage befand. Das Volk ahnte wohl, was ihm bevorstand, und widersetite sich der Einführung, so dass das Gesetz mit Waffengewalt durch- geführt werden musste.

Das Raupensammeln besorgten Frau und Kinder, wie heute auch noch. Bis dahin wäre alles noch nicht so arg gewesen, wenn die Leute die Früchte ihrer Arbeit hätten geniessen können; doch das Schlimmste kommt noch. Der Tabak wurde sortiert resp. Bei dem Aforo spielte eine Hauptrolle die Länge: Hätte das Volk die Sicherheit gehabt, dass diese Scheine in kürzerer Zeit bezahlt würden, so wären dieselben wohl bald wie Papiergeld im Kurs gewesen ; aber kein Mensch wollte sie, weil man wusste, dass oft 6 bis 6 Jahre vergingen, bis sie eingelöst wurden.

Häufig allerdings sind diese Bons fast verschenkt worden. In den Cigarren- fabriken in Manila waren 30 Arbeiter beschäftigt, die stets in bar bezahlt wurden, so dass ihr Loos gegenüber dem der Pflanzer beneidenswert war. Dass bei diesem System trotz des enormen Beamtenheeres der Gewinn noch immer auf ungefähr 4 bis 5 Millionen Dollars jährlich sich belief, ist erklärlich. Der Retter der bedauernswerten Tabakpilanzer war einer jener Spanier, in denen noch der Hidalgo voll und ganz steckt, es war der Intendante General D.

Ausserdem wies er Digitizad by Google 44 nach, dass die nötigen Neubauten und Anschaffungen in den Fabriken den Gewinn der nächsten Jahre ziemlich absorbieren würden. Dieser überaus fähige und energische Mann konnte es damals nicht durchsetzen, erst 10 Jahre später gelang es ihm, im Verein mit dem Kolonialminister Fernando de Leon Castillo, die Abschaffung des Monopols zu erwirken, und am 1. Juli waren die Pflanzer von ihren Ketten erlöst. Januar war auch die Fabrikation frei.

Bekannt wurde es schon Anfang Juli ; aber gleichzeitig fürchtete man Zollerhöhungen, welche dann auch nicht ausblieben. Dadurch veranlasst, beschleunigte die Regierung die Einlösung und steckte bei dem Einlösungsgeschäft eine Differenz von 2 Millionen Dollars in die Tasche. Januar haben sich nun im Laufe der Zeit verschiedene Cigarren fab riken etabliert, von denen aber nur einige wenige ein wirklich ausgezeichnetes Fabrikat liefern, während eine Menge Chinesenfabriken und die Haus- industrie der Eingeborenen minderwertiges Zeug fabrizieren.

In der Folge gab es noch verschiedene Zuschläge auf Importzölle, und auch die Exportzölle wurden Digitizad by Google 45 einige Male verändert, so dass heute die Handhabung folgende ist: Von den Produkten des Landes zahlen die bedeutendsten folgende Ausfuhrzölle: Hanf 8 0,75 per kg brutto Indigo 0,. Yisayas und Mindanao 1 2,00 11 11 id. Fertig ist der Hafen noch lange nicht und wird es, wenn das System fortbestehen sollte, auch nie werden. Was bis jetzt fertig ist, dürfte in regelmässiger Thätigkeit in der Zeit von 1 bis 2 Jahren geschaffen werden; von der Summe, die in all den Jahren eingekommen ist, könnten wohl 10 solcher Häfen gebaut werden, aber das Geld existiert nicht mehr.

Seit befinden sich die Philippinen in der Meta- morphose — zweifelsohne zum Besseren, aber in eine neue stabile Periode sind sie noch nicht eingetreten. Trotz dieser Ungewissheit haben sich Handel und Industrie in Manila und in den Teilen, in welchen die Amerikaner vollkommen Herren sind, gehoben und nehmen eine weitere günstige Entwickelung.

Aus diesem Grunde regte ich auch schon bei der Direktion des Norddeutschen Lloyd eine Dampferlinie zwischen Singapore und Manila an, welche ich selbst im An- schluss an die Reichspostdampfer laufen lassen wollte.

Somit ist heute eine deutsche Verbindung zwischen Europa und den Philippinen geschaffen, zu welcher ich bereits im Jahre die erste Anregung gegeben habe.

Die amerikanische Regierung trägt zur günstigen Ent- wickelung von Handel und Verkehr wenig oder nichts bei, denn die Gesetze und Reglements, Zölle und Strafen sind die- selben geblieben, auch die Handhabung derselben ist wenig oder gar nicht besser, und die Verwaltung hängt fast noch ganz in der Luft. Der Handel hat mit den grössten Wider- wärtigkeiten zu kämpfen. Das alles war einer Besserung durchaus nicht günstig, aber der Schlaf ist zu Ende, und alles ist erwacht, hat Vertrauen in die Zukunft, denn anders müssen die Verhältnisse sich gestalten, ob amerikanisch oder nicht, spanisch werden die Philippinen nie mehr, und somit hat auch Versumpfung ein Ende.

Auch Geld ist im Lande, denn jeder Käufer hat Geld in der Tasche, die Soldaten, Offiziere, Beamten erhalten ihre regelmässige Zahlung und haben nicht nötig, Schulden zu machen, die sie nie bezahlen, wie es früher nur zu häufig vorkam. Ein Aufschwung des Handels geht auch aus den vor- erwähnten Fällen hervor, wobei nicht ausser acht gelassen werden darf, dass mehrere Provinzen ganz brach gelegt sind, und wenn diese alle in Thätigkeit sind, so dürfte wohl die von mir am Eingang erwähnte, dem Reichtum des Landes entsprechende, wirtschaftliche Höhe bald erreicht werden.

Neue industrielle Unternehmungen im Innern und Plantagen- Digitizad by Google — 4S - bau werden erst nach völligem Frieden in AngriH genommen werden; wann das aber sein wird, weiss wohl niemand mit einigermaassen Bestimmtheit zu sagen. Auch die Übelstände der Kulturstaaten kamen mit den Amerikanern in das Land.

Kurz nach Beendigung des Krieges brach ein Strike der Pferdebahnkutscher aus und der Oigarren- arbeiter, der allerdings sehr schnell gütlich beigelegt wurde. Die Lebensmittel sind sehr viel teurer, doppelt so teuer als unter spanischer Regierung, doch dürften diese wieder etwas zurückgehen nach Einkehr vollkommener Ruhe, wenn auch nicht ganz auf den früheren Stand.

Jetzt wird nun allerdings allgemein erwartet, dass von Seiten der Vereinigten Staaten dem Zustande auf die eine oder andere Weise ein schnelles Ende gemacht wird. Es ist doch kaum anzunehmen, dass der Regierung cs gleichgültig ist, ob die reiche Kolonie mehr vind mehr geschädigt wird und dem amerikanischen Staate in der Länge der Zeit Mil- liarden aus der Tasche fliessen oder ob er die Milliarden spart und noch grossen Nutzen aus dem blühenden Archipel selbst für das eigene Land zieht.

Das absolute militärische Regiment hat am 1. September aufgehört und einer Civilregierung Platz gemacht unter der von Washington entsandten Kommission, an deren Spitze wiederum Mr. Genaue Direktiven liegen aber auch heute noch nicht vor, werden aber von der nächsten Senats- session erwartet.

Vor allem ist eine Modifikation in der Verwaltung selbst zu schaffen und Handel und Schiffahrt, Industrie und Bergbau sowie Plantagenbau, ohne Unterschied der Nation der Unternehmer, keinerlei Schwierigkeiten in den Weg zu legen.

Im Gegenteil, wenn nicht die Eingeborenen genügend Arbeitskraft liefern, sollte durch Gesetz die Ein- führung von chinesischen Kulis geregelt sein, ähnlich wie auf Sumatra. Die Ausfuhrzölle sind gänzlich abzuschaffen und Einfuhrzölle auf geeigneter Grundlage zu modifizieren, der Hafenbau in Manila ist zu vollenden und sichere Anlege- stellen auch für grössere Steamer zu schaffen.

Wenn nicht ein Freihafengebiet, so wäre doch ein ausgedehnteres Transit- lager von hohem Werte. Ich fasse in erster Linie und hauptsächlich Manila ins Auge, das auch stets die Centrale und der Hauptstapelplatz bleiben wird. Der Anfang wird mit der Erschliessung Luzons zu machen sein durch Anlegung von guten Wegen und Brücken, die heute gänzlich fehlen, und Regulierung der Flussläufe, besonders derjenigen, welche leicht schiffbar zu machen sind; des weiteren Hau von Eisenbahnen, um die inneren Provinzen mit Manila zu verbinden.

Die wichtigste Hauptlinie wäre von Manila durch Nueva Ecija durch das Caraballo-Gebirge, die Provinz Nueva Viscaya in das Thal des Rio Grande de Cavayan; ferner eine Abzweigung von der bereits im Betrieb befindlichen Linie, Manila— Dagupan nach dem natürlichen Kriegshafeu Subig, der von den Spaniern auch schon dazu bestimmt war, aber noch nicht ausgebaut worden ist — Eine Verbindung mit der Küste des Stillen Oceans und viele Zweiglinien werden notwendig allmählich folgen.

Es lassen sich hier nur einzelne Punkte hervorheben. Die Konzession für eine Linie von Dagupan nach Benguet ist bereits erteilt, und soll der Bau begonnen werden, wie schon vorher erwähnt. Antipolo, ein in den Philippinen berühmter Wallfahrtsort, liegt auf den westlichen Ausläufern der Cordillera in der Provinz Morong und erfreut sich eines angenehmen kühlen Klimas, sodass es sehr geeignet sein dürfte, die Erholungs- station für die Bewohner Manilas zu bilden und vielleicht geradezu ein klimatischer Kurort zu werden.

Für den an- strengend arbeitenden Weissen wäre solch ein Plätzchen, be- sonders während der heissen Zeit, wenn die Temperatur des Nachts so wenig heruntergeht, dass von einem erquickenden Schlaf oft nicht die Rede sein kann, von hohem Werte.

Es ist nicht einmal nötig, dass Antipolo selbst gewählt wird, vielleicht findet sich in dessen Nähe noch ein geeigneteres Plätzchen, es kommt nur darauf an die Sache richtig einzu- leiten und durchzuführen.

Antipolo ist von Fremden häufiger besucht worden; man fährt auf für philippinische Verhältnisse einigermaassen gutem, im Vergleich zu den englischen Kolonien miserablem Wege bis Pasig, wo man über den Fluss setzt und dann weiter auf abwechselnd schlechten und schlechtesten Wegen über Cainla, Taitai in einem Nachmittag nach Antipolo.

Man fühlt dann gewöhnlich die Fahrt einige Stunden in allen Gliedern als Nachgenuss. Ich habe im April, während in Manila die Hitze fast unerträglich war, in Antipolo abends den Sommerüberrock anziehen müssen. Für solche Unternehmungen, wie ich sie anführe, die nur von Kompagnien ausgeführt werden können, ist es unerläss- lich, dass Konzessionen schnell erteilt werden und nicht, wie Digitizad by Google Digitized by Google Escolta, Hauptstrasse in Binondo.

Einmal soll eine Konzession zur Bahn nach Antipolo schon erteilt worden sein, aber zur Ausführung ist sie nie gelangt. Es würde zu weit führen, hier alles im einzelnen anzu- führen, was dem schnellen Aufblühen des Landes dienlich sein und sich zu lukrativen Unternehmungen gestalten könnte; im grossen und ganzen ergiebt es sich aus der Erkenntnis der Missstände. Dem Seestrande entlang nach Süden schliesst sich daran die Promenade Luneta, wo fast allabendlich Konzert ist, und zwei auch von Fremden sehr beliebte Vorstädte mit angenehmen Wohnhäusern, Ermita und Malate.

Weiter nördlich an der See schliesst sich Tondo an, das eine eigentliche Indiervorstadt mit Indierhütten ist, östlich davon Meisig und Trozo.





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